amigo
17.12.2017
Therapie
 - delphin -

Vor vielen Jahren begann ich, mich intensiv für die Delfine und Ihre "Magie" zu interessieren. Ich durfte den Delfinen ganz nah sein: zur Bewegungsstudie für meine Delfingeschichte im Delfinarium aber auch in ihrer Freiheit auf La Gomera. Ich spürte, was die Delfine mit mir und meiner Gefühlswelt machten und begann, mehr über diese Lebewesen zu lesen.
Auf diesem Weg stieß ich auf das Buch von Kirsten Kuhnert "Jeden Tag ein kleines Wunder" und mein Interesse an der Delfintherapie war geweckt. Über diesen Therapieansatz wurde ich auf die tiergestützte Therapie mit Hund aufmerksam, und war von diesem Thema sehr fasziniert. Wie der "Zufall" es so wollte, zog schon kurze Zeit später unser Wuschelmix Benji bei uns ein. Wie sich sehr schnell herausstellte, sollte Benji ein großes Potential als Therapiehund haben.
Meine langjährige intensive Arbeit mit Kindern erleichterte mir die Integration meines Co-Therapeuten bei meiner Arbeit. Da es eine große Verantwortung mit sich bringt, Hunde als Co-Therapeuten einzusetzen bildete ich mich weiter fort

 - ricardo -

Mein Hund Benji wurde nicht nur im Grundgehorsam (VDH-Prüfung) überprüft, sondern auch intensiv auf seine Eigenschaft als Therapiebegleithund. Benji ist ein wunderbarer Partner und Co-Therapeut, der es mir sehr erleichtert, Zugang zu den Herzen der Kinder zu bekommen. Bereits beim ersten Zusammentreffen von Hund und Kind bekomme ich schon Impulse, die mir helfen, das Kind ganz bewusst mit seinen evtl. Besonderheiten/Schwierigkeiten wahrzunehmen.

Hunde in der Therapie bewirken manchmal eine richtige Magie, ganz besonders bei Kindern in schwierigen Lebenslagen, oder mit Einschränkungen. Es berührt mich immer sehr, wenn ich sehe, wie z.B. schwerstbehinderte Kinder beginnen, ihre verkrampfte Hand zu öffnen und wie ein Glucksen und Lachen ihr Sein erhellt - nur durch den Kontakt des wuscheligen Hundefells. Wie autistische Kinder beginnen intensiven Kontakt durch Sprache und Körper mit dem Hund aufnehmen.

Kinder mit "ADS-Symptomen" oder motorischen Defiziten, lernen sich klar verständlich zu machen, sich an Regeln zu halten und sich zu konzentrieren. Natürlich motiviert der Hund auch, die Geschicklichkeit, Motorik und das Selbstbewusstsein zu schulen. Manchmal ist der Kuscheltherapeut auch einfach nur der Seelentröster der Kinder, die in dieser schnelllebigen und leistungsorientierten Zeit einem sehr großem Stressfaktor ausgesetzt sind. Entspannung mit Hund lieben auch die Kinder in meinen Yogakursen. Benji ist auch manchmal am Yogaunterricht beteiligt: er würfelt dann und die Kinder führen anhand der Augenzahl auf dem Würfel die dazugehörige Yogaübung aus.
Hunde und Kinder haben eine sehr gute Verbindung - Hunde werten und bewerten die Kinder nicht, sie gehen ohne Vorbehalte auf die Kinder zu und nehmen sie so an wie sie sind! . Die Kinder spüren die offene und wertungsfreie Art der Hunde. Sie fühlen sich angenommen und öffnen sich mit ganzem Herzen dem Hund.

 - benji -

Die tiergestützte Therapie wirkt nicht an einem Symptom sondern auf vielen Ebenen. Die Therapie mit Hunden wird geschichtlich von im 8. Jahrhundert erwähnt. In Deutschland gibt es die ersten Aufzeichnungen Ende des 18. Jahrhunderts der Krankenanstalten "Bethel". Sigmund Freud entdeckte auch die Vorzüge der Hunde in der Therapie. Als der seine Liebe zu den Hunden entdeckte, war ein Hund immer in seinen therapeutischen Sitzungen anwesend.

Die Arbeit eines Therapiebegleithundes ist sehr anstrengend und der Hund muss sehr viel leisten. Deshalb brauchen gerade Therapiehunde sehr viel Entspannung und Massagen. Wichtig ist auch eine klare Kommunikation zwischen Mensch und Hund, damit das Verständnis eindeutig ist und der Hund korrekt handeln kann. Hier liegt der Grund in vielen Missverständnissen und viele Hundebesitzer klagen über "auffällig gewordene" Hunde. Ein Hund kann nur so reagieren und agieren, wie sein Besitzer es ihm zeigt und mit ihm umgeht.

Ein Therapiebegleithund gehört immer zu einem ausgebildeten Therapeuten.

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Was wir von Hunden lernen können
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